Facettogener Rückenschmerz – eine häufige, aber schwer erkennbare Ursache
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in unserer Gesellschaft. Eine oft übersehene Ursache ist der facettogene Rückenschmerz, der von den kleinen Wirbelgelenken, den sogenannten Facettengelenken, ausgeht. Diese Gelenke können durch Abnutzung, Überlastung oder Instabilitäten Schmerzen auslösen – vor allem im Bereich von Nacken und Lendenwirbelsäule.
Warum die Diagnose so schwierig ist
Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT zeigen zwar häufig degenerative Veränderungen, doch diese stimmen nicht immer mit den tatsächlichen Schmerzen überein. Um Klarheit zu schaffen, setzen wir im ISSZ auf diagnostische Injektionen: Durch gezielte Betäubung der verdächtigen Gelenke oder Nervenäste lässt sich feststellen, ob die Facettengelenke die Schmerzquelle sind.
Typische Beschwerden
Chronische Schmerzen im Nacken- oder Lendenbereich
Verstärkung der Schmerzen beim Aufstehen, Überstrecken oder Drehen
Morgendliche Steifigkeit
Einschränkungen der Beweglichkeit und muskuläre Verspannungen
Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und machen eine gezielte Abklärung wichtig.
Behandlung im ISSZ
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und individueller Situation. Am Anfang stehen meist konservative Massnahmen wie Physiotherapie, gezielte Übungen, ergonomische Anpassungen und gegebenenfalls Medikamente.
Wenn die Schmerzen dadurch nicht ausreichend gelindert werden, stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Injektionen (intraartikulär oder als Medial-Branch-Block) können Schmerzen kurzfristig reduzieren und gleichzeitig zur Diagnosesicherung beitragen.
- Die Radiofrequenzablation (RFA) hat sich als besonders wirksam erwiesen. Dabei werden schmerzleitende Nervenfasern gezielt verödet. Viele Patientinnen und Patienten berichten über eine deutliche Besserung, die bis zu zwölf Monate anhalten kann.
Blick in die Zukunft
Neue regenerative Verfahren wie PRP (plättchenreiches Plasma) werden aktuell wissenschaftlich untersucht. Sie zeigen interessante Ansätze, sind jedoch noch nicht ausreichend belegt, um als Standardtherapie empfohlen zu werden.
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